So ausgelassen geht es bei den Senioren zu

Senioren

Der Kaffeeklatsch im „Jägerheim“ in Kleinwudicke hat sich bei den Senioren der Gemeinde als beliebter Treffpunkt etabliert. Hier wird Kultur, Information und Unterhaltung geboten.

Kleinwudicke

 Wer erleben möchte, wie sich ehrenamtliches Engagement auf die Senioren in Großwudicke auswirkt, der sollte zum Kaffeeklatsch ins Gasthaus Jägerheim im Ortsteil Kleinwudickefahren.

Jeden zweiten Mittwoch treffen sich hier Frauen und Männer, die ihren Ruhestand genießen, aber keineswegs immer nur Ruhe wollen.

 
Das hat Klaus Sahr, Lehrer im Ruhestand und Mitglied des Seniorenbeirats der Gemeinde Milower Land erkannt. Im September 2017 organisierte er mit weiteren Helfern den ersten Kaffeeklatsch. Die Resonanz war enorm.

Leiterin der Kreisbibliothek zu Gast

Das hat sich bis heute nicht geändert, wie sich am Mittwochnachmittag zeigte. 24 Männer und Frauen saßen pünktlich um 14.30 Uhr an der Kaffeetafel und ließen sich den Kuchen schmecken, den Wirtin Heidemarie Menzel gebacken hatte.

 

Auch die Leiterin der Kreisbibliothek, Martina Lenz, war dabei. Zum dritten Mal bereicherte sie die Runde in ihrem Heimatdorf, um gemeinsam mit Klaus Sahr Geschichten von Elke Heidenreichvorzulesen.

„Wir sind immer gern hier. Es ist einfach schön in Gesellschaft zu sein, da kommt man mal auf andere Gedanken“, bemerkte eine Dame.

Klaus Sahr hat den Kaffeeklatsch in Kleinwudicke ins Leben gerufen
Klaus Sahr hat den Kaffeeklatsch in Kleinwudicke ins Leben gerufen. Am Mittwoch las er mit der Leiterin der Kreisbibliothek, Martina Lenz, für die Männer und Frauen vor. Quelle: Christin Schmidt

Sie gehört genau wie Manfred und Walburga Bork zu den vielen Stammgästen der Kaffeerunde. Das Paar kommt aus Großwudicke mit dem Auto und nimmt stets andere Senioren mit.

Ernst Wetzel zog vor eineinhalb Jahren nach Rathenow, den Kaffeeklatsch in seiner alten Heimat lässt sich der 81-Jährige aber nicht entgehen. „Es ist einfach schön hier“, schwärmt der Senior.

Die älteste in der Runde ist Hildegard Winterfeldt. Sie feiert am 15. Mai ihren 90. Geburtstag und ist ebenso gut gelaunt wie der Rest der Runde.

Manfred und Walburga Bork (vr) freuen sich über die Birne, die Martina Lenz verteilte
Manfred und Walburga Bork (v.r.) freuen sich über die Birne, die Martina Lenz verteilte. Das Obst aus Schaumstoff dient zur Kräftigung der Muskulatur und der Fingerfertigkeit. Quelle: Christin Schmidt

Viele von ihnen sind auch beim monatlichen Würfelnachmittag dabei, den ebenfalls Klaus Sahr organisiert. „Nur zum Sport geht meine Frau allein“, gestand Manfred Bork.

Der Fitness-Kurs in der Turnhalle der Großwudicker Grundschule mit Ulrike Lierse ist ein weiteres Angebot, das der Seniorenbeirat ins Leben gerufen hat.

„Sonst gibt es hier ja nichts für ältere Menschen. Deshalb sind wir froh, dass es diese Angebote gibt, und Herr Sahr gibt sich immer sehr viel Mühe, organisiert Vorträge, Lesungen und Kulturbeiträge“, so Walburga Bork.

Der Postbote bringt sogar Pakete zum Kaffeeklatsch

Während sie und die anderen ausgelassen plauderten, schlug Klaus Sahr mit dem Löffel gegen seine Kaffeetasse um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen und die Lesung einzuläuten.

Martina Lenz hatte das Buch „Alles kein Zufall“ aufgeschlagen. Bevor sie die erste Geschichte vorlas, erinnerte sie daran, dass die Bibliothek im Dorf jeden ersten und dritten Montag im Monat von 16.30 bis 18 Uhr geöffnet ist.

„Schminken“, „Schönheit“, „Schnarchen“ – die Texte sind kurzweilig, die Gäste lauschten aufmerksam, schmunzelten und staunten. Und manches kommentierten sie, schließlich ist man hier im Jägerheimunter sich.

Zwischendurch klopfte noch der Postbote an. Er hatte ein Paket für Werner Hauck. In Großwudicke weiß sogar die Post, wo die Senioren am Mittwochnachmittag anzutreffen sind.

Text und Foto Märkische Allgemeine / Christin Schmidt

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