FUN-Initiative eröffnet die Saison mit „Premnitz summt“

Umwelt

Die Wassertourismusinitiative FUN hat ihre Saisoneröffnung in Premnitz vollzogen, weil dort vor kurzem ein Blühstreifen für Bienen angelegt worden ist. Ein Hauptthema für FUN waren diesmal Wiesen, die Insekten Nahrung bieten.

Die Wassertourismusinitiative Flusslandschaft Untere Havel (kurz FUN) hat die Saisoneröffnung für ihr Revier in diesem Jahr in Premnitz vollzogen, weil dort vor zwei Wochen ein Blühstreifen für Insekten neu angelegt worden ist. Ein Hauptthema der Veranstaltung, zu der am Beginn eine längere Beratung gehörte, war das Motto „Deutschland summt – jetzt auch in Premnitz“.

In der Fun-Initiative haben sich neun Kommunen an der Unteren Havel und weitere Partner zusammen geschlossen, um den Wassertourismus zu fördern. Deren Beiratsvorsitzender Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, hat betont, dass Umwelt- und Naturschutz samt Insektensterben auch Themen für die Kommunen sind.

Nach der Kommunalwahl solle es im Milower Land an den Gewässern und Dorfplätzen damit losgehen, Blühflächen für Insekten anzulegen. Eine Fläche am Milower Friedhof sei zu diesem Zweck bereits „ausgefriedet“ worden.

René Riep vom Regionalverband Westhavelland des Naturschutzbundes (Nabu) war gebeten worden, einen Vortrag über das Thema zu halten. Er erinnerte daran, dass im Rahmen von Landesgartenschau (2006) und Bundesgartenschau (2015) in der Region verschiedene Blumenflächen extra angelegt wurden. An einigen Straßen könne man sich noch immer an Blühbereichen erfreuen.

Als einen zentralen Punkt nannte er die Ordnungssatzungen der Kommunen. In denen werde zumeist gefordert, dass Anwohner die Streifen zwischen ihren Grundstücken und dem Straßenrand regelmäßig zu pflegen haben. Das stehe dem Wunsch entgegen, Blühflächen neben den Fahrbahnen anzulegen, die sinnvoller Weise längere Zeit nicht gemäht werden sollten.

Brachflächen und Gärten würden anderen Nutzungsarten geopfert, sagte René Riep. Es könne nicht das Ziel sein, die in vielen Bereichen angelegten Rasenflächen weiterhin oft und kurz zu mähen. Es müsse beim Bürger ankommen, dass frei wachsende Wiesen nicht gleichbedeutend mit Chaos seien.

Als gutes Beispiel nannte er die Stadt Brandenburg an der Havel, die sich der bundesweiten Initiative „Deutschland summt“ angeschlossen hat. Die öffentliche Meinung sei derart zu beeinflussen, dass Wiesen, die einfach längere Zeit liegen gelassen werden, gut für die Natur sind. Ganz nach dem Motto: „Das ist nicht unordentlich, das finden wir schön.“

Der Havelberger Bürgermeister Bernd Poloski machte darauf aufmerksam, dass man es sich schon genau überlegen muss, wo in einem kommunalen Bereich „unordentliche Flächen“ gelassen werden können. Aber grundsätzlich sei es zu wünschen, dass neue Blühbereiche angelegt werden.

Ilona Langgemach, Leiterin der Naturparkverwaltung, sagte, die Wirkung sei nicht zu unterschätzen, wenn bestimmte Flächen künftig über Jahre hinweg zum Erblühen gebracht werden. In Garlitz gebe es ein Projekt neben der Straße. Auch im Ländchen Rhinow gebe es positive Entwicklungen.

Beim abschließenden Treff am nahen Havelufer nach der Beratung im Rathaus bot die frisch angelegte „Bienenweide“ indes noch keine bunte Blumenfreude. Was Wunder: Der Samen ist erst vor zwei Wochen ausgebracht worden. Die ersten Blüten sind dort erst für Ende Mai in Aussicht gestellt. Zwischen Rathaus und Havel gibt es aber schon diverse andere Beete mit blühenden Blumen.

Text und Foto Märkische Allgemeine Bernd Geske

Die Artikel zum Thema finden Sie hier:
MAZ

 

 
 

WebsoziCMS 3.8.9 - 430775 -